My Happy Run

Ein besonderer Lauf an der Ostseeküste...

Sandra Löw kommt aus der Oberpfalz und hat uns ihr schönsten Lauferlebnis geschickt. Es war 2009 an der Ostseeküste auf der beliebten Ferieninsel Usedom.

Im September 2009 machten wir Urlaub an der Ostseeküste, auf der Insel Usedom im schönen Ort Bansin. Dort gibt es herrliche Laufstrecken, entweder direkt am Meeressaum oder auf den Rad- und Fußwegen (Promenaden) mit Blick auf die Ostsee. Die Strecken sind gesäumt von traumhaften Villen, teils kräftige Hügeln und Wäldern direkt hinter den Stränden. Man kommt also gar nicht in Berührung mit größeren Straßen und kann so vom einen Ende der Insel zum anderen laufen.

StartbereichBevor wir unseren Urlaub in einer tollen, sehr gut renovierten Gründerzeitvilla in Bansin buchten, fiel mir schon die Werbung für den 30. Usedom-Marathon auf, der in unsere Urlaubszeit fiel. Der Usedom-Marathon wird seit 1979 ausgetragen. Er wird in enger Zusammenarbeit von einem polnischen und einem deutschen Verein organisiert. Traditionell erfolgt der Start im polnischen Swinoujscie, lediglich in den Jahren 1984, 1986 und 1988 wurde in Wolgast gestartet.

Ich trainierte darauf hin und meldete mich an, ich freute mich auf einen besonderen Lauf. Der Marathon startete nämlich gleich hinter der deutschen Grenze bei Ahlbeck, in Swinemünde auf der Promenade! Es war ein ganz spezielles Gefühl, bei diesem Jubiläum mit Reden der Vertreter beider Orte dabei zu sein und selbst zu erfahren, dass es nun ohne Probleme möglich ist, in Polen einen Marathon zu starten und nach wenigen Kilometern über die Grenze zu laufen, dort wo früher der Grenzzaun stand und "Niemandsland" war. Polen und Deutsche liefen gemeinsam...einige Zeit lief ich neben einem sehr fitten älteren Polen her, wir versuchten uns ohne Worte zu verständigen (Sport verbindet), es war wie ein Freundschaftslauf. Auf den Promenaden der Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin standen Zuschauer und jubelten uns zu. Wir hatten immer den Blick auf die Ostsee und, wie erwähnt, sehr schöne alte Villen.

Sandra Löw im ZielHinter Bansin ging es dann erst mal kräftig bergan durch den Wald, oberhalb der Küste, und dann liefen wir entlang des Meeres auf dem Radweg über das beschauliche Seebad Ückeritz nach Kölpinsee und Koserow, bis die Strecke kurz vor Zinnowitz abbog nach Wolgast. Bis dahin waren aber noch einige Kilometer zu überwinden. Leider hatten wir dann auch Pech mit dem Wetter, es regnete teilweise sehr stark, es war kühl und windig, also ein echter Kraftakt, der nur mit eisernem Willen zu machen war.

Dank der vielen Helfer, Anfeuerungsrufe und guten Verpflegung schaffte ich es über die Peene-Brücke in Wolgast. Ein letzter Berg wartete, da das Ziel im Peene-Stadion auf einer Anhöhe lag. In der Schlussrunde im Stadion konnte ich dann sogar aus Ehrgeiz noch etwas anziehen und erreichte erschöpft und zufrieden das Ziel!

Mein Marathon von "Polen nach Deutschland" war geschafft, es war ein tolles Erlebnis, danke Usedom!!!