Carsten A. Mattejiet aus Bremen runs happy…

 

Carsten A. Mattejiet ist 41 Jahre und lebt in der Nähe von Bremen. Er ist selbstständig und läuft seit 32 Jahren. Vor 17 Jahren hat er mit Ultramarathons angefangen. Von seiner Frau und seinen drei Kindern wird er bei seinen sportlichen Aktivitäten immer tatkräftig unterstützt. Zuletzt war Carsten beim 48 Stunden Self Transendence Race in Kladno/Tschechische Republik am Start.

Carsten A MettejietEinen 48 Stunden-Lauf auf einem Rundkurs von 1000m Länge, das hört sich furchtbar an – vor allem für den Kopf. Auch wenn ich schon öfter diese Zeitdistanz zurückgelegt habe, ist eins sicher, den inneren Schweinehund zu besiegen zählt zu der schwierigsten Aufgabe.

Für den Lauf in Kladno hatte ich mir zwei Paar Schuhe herausgelegt, um für alle Fälle ein Paar zum wechseln dabei zu haben. Meine Wahl fiel auf den Brooks Trance und den Beast. Doch wie sich nach 48 Stunden herausstellte, brauchte ich nur ein Paar. Ich lief die kompletten 48 Stunden mit dem TRANCE und hatte dabei absolut keine Probleme mit den Füßen.

Vom Start weg fühlte ich mich sehr gut und locker. Das Tempo lag mir, ich ließ es einfach laufen. Nach vier Stunden passierte ich die Marathon Distanz (42,195 km), die 100. Runde beendete ich nach 10 Stunden 18 Minuten. Nach zwölf Stunden hatte ich 111,3 Km zurückgelegt. Nach 24 Stunden hatte ich 185 km auf dem Zähler. Nach 48 Stunden waren es dann exakt 297,807 km. Damit verbesserte ich meine 15 Jahre alte persönliche Bestleitung um 20 km.

Wie schon gesagt neben der sportlichen Leistung gilt es bei solch einem Rennen, den inneren Schweinehund zu besiegen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die erste Krise kommt. Mit dieser Gewissheit bin ich auch ins Rennen gegangen. Ich wollte gewappnet sein, um nicht davon überrascht zu werden. Schließlich ist es die Kunst mit den Krisen offensiv umzugehen.

Um mögliche Krisen vorzubeugen, wollte ich meine Pause möglichst einhalten. Ein schwieriger Spagat, so viel Pause wie nötig und so wenig wie möglich einzuhalten. Mein Plan sah folgendermaßen aus, ich wollte nicht länger als 20 Minuten am Stück pausieren. Das klappte jedoch nicht immer. Bereits in der ersten Nach passierte mir ein Malheur: Ich hatte vergessen den Wecker zu stellen. Gut zwei Stunden träumte ich im Zelt vor mich hin, die monotonen Tap-tap-tap-tap Geräusche der Ultraläufer taten ihr übriges. Na ja, da kann man nichts machen.

Neben den Pausen ist natürlich bei solch einem Ultralauf die ausgewogene Energiezufuhr wichtig, schließlich wollte Carsten A Mettejietich keinen Hungerast bekommen. Aber der Veranstalter, das Sri Chinmoy Team, hatte für alles gesorgt, um den Mann mit dem Hammer zu vertreiben. Es gab von Sushi bis Pfannkuchen, von Butterbroten bis Kuchen, Nudel und Reisgerichte mit Tofu, Softdrinks und Tees in den unterschiedlichsten Sorten einfach alles.

Während des zweiten Tages waren es die kleinen Ziel die motivierten. Das Fähnchen für das Erreichen der 200 Kilometer Marke, wenn die Laternen und die Kerzen angezündet wurden. Als der Mond aufging.
Doch in der zweiten Nacht machte mein Körper einfach dicht: der Magen und Darm bereitete mir Schwierigkeiten, dazu ein ständiger Brechreiz. Da war sie also, die erste große Krise. Ich wusste ja zum Glück das sie kommen würde. Ein Gast der erwartet wird, wenn auch nicht mit Freuden.

Glücklicherweise erwachten meine Lebensgeister mit dem Sonnenaufgang des dritten Tages von neuem. In der letzen Stunde konnte ich dann wieder ein ähnliches Tempo wie drei Tage zuvor in den ersten Stunden laufen. Die Strecke war einfach optimal. Eigentlich ist die Bahn für Inlineskates vorgesehen. Am Tag liefen wir zu 80 % im Schatten und nachts war die Strecke hell beleuchtet. Auch wenn die sportliche Wertung für mich zweitrangig war, freute ich mich über den dritten Platz, schließlich hatte ich in der Vorbereitung knapp 4000 Kilometer zurückgelegt.
 

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